Panzerknacker haben in Rastede keine Chance

 

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Transecruity Sicherheitsunternehmen schlägt täglich mehrere Millionen Euro um – Ausgefeilte Technik schützt gegen Angriffe.

90 Mitarbeiter beschäftigt die Firma. Sie alle mussten vord er Einstellung mehrere Überprüfungen über sich ergehen lassen.

Rastede – Entenhausen liegt im Ammerland. Wo genau, das darf an dieser Stelle nicht verraten werden. Nur so viel: Es befindet sich in einem kleinen Dörfchen in der Gemeinde Rastede. Diskretion ist wichtig, denn aus Sicherheitsgründen soll niemand wissen, wo die Millionen von Dagobert Duck lagern.

Nach außen wirkt der von Wiesen und einigen Wohnhäusern umgebene Geldspeicher deshalb auch wie eine ganz normale Lagerhalle – aber die hat es in sich: Dicke Wände umgeben Banknoten und Münzen, Angriffe werden sofort über einen Erschütterungsmelder erfasst und lösen Alarm aus. Zig Kameras überwachen jede noch so kleine Bewegung vor dem Gebäude und darin.

In den Geldspeicher hinein gelangt nur autorisiertes Personal – und das auch nur zu bestimmten Zeiten. Vor dem Betreten ist eine Schleuse zu Ist die eine Tür geöffnet, dann ist die andere fest passieren: verschlossen und umgekehrt. Mehrmals täglich patroulliert die Polizei. Und sollten – was schier unmöglich erscheint – doch einmal unerwünschte Eindringlinge in den Geldspeicher gelangen, dann werden sie im Inneren mit allerlei Unannehmlichkeiten empfangen, die sie ihre unlauteren Pläne schnell vergessen lassen.

Entenhausen heißt Spaß beiseite: nicht Entenhausen und der Herr über die Millionen heißt auch nicht Dagobert Duck. Tatsächlich ist Otto Wilhelms verantwortlich für alles, was im kaufmännischen Bereich rund um die Geldzentrale passiert. Er ist Vorstandsvorsitzender der Sicherheitsverwaltungs-AG SVG, deren Tochter TSO TranSecurity GmbH von Rastede aus Geld- und Werttransporte organisiert.

Drei Tonnen Hartgeld
Die Kunden des Unternehmens sind vor allem Banken und Sparkassen, Handelsketten und Einrichtungshäuser. „Wir schlagen in Rastede täglich zehn bis zwölf Millionen an Weichgeld und drei Tonnen Hartgeld um, die unsere Boten zuvor bei den Kunden eingesammelt haben“, erzählt Wilhelms, der 1982 eine marode Wachfirma gekauft und saniert hat.

TranSecurity ist seither kontinuierlich gewachsen. Begonnen habe er 1996 mit einem Mitarbeiterstab von 30 oder 40 Leuten, erinnert sich Wilhelms an die Anfänge des Unternehmens. Fünf Fahrzeuge hätten damals für die vier täglichen Touren zur Verfügung gestanden.

19 Touren täglich
Heute gehören 90 Männer und Frauen zum Team. 19 Touren durch das ehemalige Weser-Ems-Gebiet, das Land Bremen und das Alte Land rund um Stade fahren die TSO-Mitarbeiter jeden Tag. 26 VW-Busse des Typs T 5 stehen zur Verfügung. Ein Teil der Fahrzeuge kann sogar mit nur einem Boten eingesetzt werden. Diese sogenannte Einmann-Logistik erfordert besondere Sicherheitsvorkehrungen: Die Transporter sind mit einem Tresor ausgestattet, an den der Geldkoffer – elektronisch gesteuert – angedockt wird, um ihn zu entleeren. „Würde der Koffer vorher gewaltsam geöffnet, würden die Geldbeutel darin augenblicklich schmilzen und die Scheine mit Tinte unbrauchbar gemacht werden“, erklärt Wilhelms die komplizierte Angriffe von außen habe Technik. Das Sicherheitskonzept funktioniert: es bislang nicht gegeben und auch in Zukunft seien sie dank modernster Sicherheitstechnik zwecklos, versichert Wolfgang Schang aus der Geschäftsführung der SVG.
Alle Fahrzeuge von Tran­Security sind über Satellit mit einer Alarmzentrale verbunden. „Wir wissen zu jeder Zeit, wo sich jedes einzelne unserer Fahrzeuge aufhält“, sagt Konsul Günter Marten, Aufsichtsratsmitglied der Cash Logistik Security AG, einem bundesweiten Netzwerk von Werttransport-Unternehmen, zu dem auch TranSecurity gehört. „Und jedes Fahrzeug kann von der Zentrale auf Knopfdruck stillgelegt werden.“

Letzteres könnte etwa nötig werden, wenn ein Mitarbeiter, den Versuch unternähme, mit dem Geld zu türmen. „Das Personal ist die größte Schwachstelle in einem Sicherheitsunternhemen“, weiß Otto Wilhelms. Deshalb lege man bei TranSecurity großen Wert auf ein blütenreines polizeiliches Führungszeugnis. Zudem müssen Bewerber die Überprüfung durch den Versicherer des Unternehmens über sich ergehen lassen und eine Waffen- und Sachkundeprüfung vorweisen.